Wir sind stolz – auf Sie!

Gemeinsam mit Ihnen und 24’999 Verlegerinnen macht die «Republik» jetzt einen entscheidenden Unterschied im Schweizer Mediensystem.

Ladies and Gentlemen and everyone beyond

Liebe Frau Verlegerin, lieber Herr Verleger

Komplizen und Freundinnen der «Republik»

Die entmutigendste Zuschrift kam anonym, kurz nach der Gründung von Project R und dem Start des nervenaufreibenden Crowdfundings für die «Republik».

«Lasst es bleiben, euer Projekt wird scheitern», stand da, «es wird immer klarer, dass ihr euch auf ein Wagnis eingelassen habt, welches auf dem Markt nicht reüssieren wird. Ihr seid eine Lachnummer.»

Das war im Februar 2017. Und wir waren geneigt, dem Anonymous zuzustimmen.

Gründerinnen haben nicht selten eine verzerrte Wahr­nehmung. Fast alle Start-up-Unternehmerinnen schätzen ihre Chancen auf deutlich über 70 Prozent. Ein Drittel ist sogar überzeugt, unter keinen Umständen zu scheitern. Wir waren bei fifty-fifty.

Das Vorhaben, ein unabhängiges und werbefreies digitales Magazin aufzubauen, das von seinen Leserinnen und Lesern finanziert wird, kollidierte gleich mit drei der grossen, scheinbar unverrückbaren Mantras der Schweizer Medienbranche:

  1. Die Leute wollen nicht mehr für Journalismus zahlen.

  2. Die Leute, besonders Junge, wollen nicht mehr lesen.

  3. Im Mini-Markt Schweiz lässt sich keine unabhängige Redaktion finanzieren.

Jetzt ist der 19. Juni 2020. Und wir freuen uns, Ihnen heute mitteilen zu können, dass Project R – also Sie, wir, alle gemeinsam – und die «Republik» diese drei Punkte widerlegt haben. (Vielleicht noch nicht ein für alle Mal, doch dazu später mehr.)

Ein kleiner historischer Moment, den wir mitten in einem grossen historischen Moment – einer Jahrhundertwirtschaftskrise – mit Ihnen feiern wollen:

Hurra, 25’000!

Wir sind überwältigt. Und stolz – auf Sie! Und Ihre 24’999 Kolleginnen in der Verlagsetage, die diesen Erfolg erst möglich machen.

Denn damit erreicht die «Republik» gemäss dem Finanzierungsplan von 2017 und dem aktuellen Ausgabenbudget, das wir Ihnen vergangenes Jahr zur Abstimmung vorgelegt hatten, erstmals die Schwelle zu einem selbsttragenden Unternehmen.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Erfolg, sehr geehrte Verlegerin, sehr geehrter Verleger, und vielen Dank für Ihre Neugier, Ihre Geduld und Ihr Vertrauen!

Entwicklung der Mitglieder und Abonnentinnen, Stand 19. Juni 2020. republik.ch/cockpit

«Unsere Aufgabe ist es, ein digitales Magazin für den Journalismus des 21. Jahrhunderts zu entwickeln. Das wäre eigentlich Abenteuer genug. Zusätzlich haben wir aber auch noch die Aufgabe, ein Geschäftsmodell dafür zu entwickeln», schrieben wir Ihnen im allerersten Project-R-Newsletter. «Ohne Sie wird es nie gelingen, im Mediensystem ein neues Modell für unabhängigen Journalismus zum Laufen zu bringen», zum Start des Crowdfundings. Ständig wiederholten wir dann unablässig unser Mantra: «Wir schaffen es nur gemeinsam – oder gar nicht.»

Beim Start der «Republik» gaben wir uns bis zur selbsttragenden Firma 7 Jahre, maximal 7 Millionen Franken Anschubfinanzierung sollten laut Businessplan dafür eingesetzt werden. Benötigt haben wir bis jetzt knapp dreieinhalb Jahre und 5,45 Millionen Franken von Investorinnen – ohne die wir es nicht bis hierhin geschafft hätten. Und mehr als einmal, das wissen Sie in der Verlagsetage nur allzu gut, stand die ganze Sache, nun ja, ziemlich auf der Kippe.

Die Sache mit dem Markt

Als wir die «Republik» konzipierten, blieb in allen Papieren eine grosse Unbekannte immer dieselbe: der Markt. Lässt sich eine professionelle, ambitionierte Redaktion in der kleinen Deutschschweiz finanzieren?

Als wir die «Republik» konzipierten: Das ist jetzt übrigens genau 4 Jahre her, im Sommer 2016, damals noch als eine Gruppe Komplizen in einem Garten in Zürich.

Komplizentreffen in Zürich, Ausschnitt aus dem Film «Die Vierte Gewalt»

Wir erstellten Dutzende Konzeptpapiere und Budgets, immer entlang der Minimalanforderung: gross genug, um schlagkräftig zu sein im öffentlichen Diskurs. Und schlank genug, um zu überleben. Doch wie wir es heute auch drehen und wenden: Eine professionelle Organisation und hohe redaktionelle Qualitätsstandards sind mit viel weniger als 25’000 Kundinnen und Unterstützern unmöglich zu haben.

Von 25 auf 25’000 Personen in 4 Jahren: Das ist zuletzt schneller passiert, als wir erwarteten, und kam doch kein bisschen zu früh. Heute ist die «Republik» eine funktionierende Redaktion mit 25’000 Verlegerinnen und Verlegern – und damit mit einem funktionierenden Geschäftsmodell.

Doch die «Republik» hat in ihrem noch jungen Leben schon einige Situationen hinter sich, die zeigen, wie gross die Schwankungen des Marktes sein können: Im Januar 2019 erreichten wir mit 23’643 Personen den bisherigen Höchststand, und im anschliessenden Übergang zum zweiten Publikationsjahr konnten wir 61 Prozent der Gründungsmitglieder von einer Verlängerung überzeugen – im Branchenvergleich ein sehr guter Wert. Doch das anschliessende Wachstum fiel deutlich langsamer aus als erwartet – und so mussten wir bis Ende März 2020 mit einer Kampagne gemeinsam den drohenden unternehmerischen Absturz abwenden.

Jede Januar-Erneuerungswelle seit dem Crowdfunding ist ein weiterer Markttest auf dem Weg zu unternehmerischer Stabilität. Denn von einem nachhaltigen Break-even können wir erst reden, wenn die Mitglieder und Abonnentinnen der «Republik» langfristig stabil über der 25’000er-Marke bleiben.

Das Gute ist: Trotz dieser Volatilität dürften wir über Nacht eines der aktuell stabilsten Medienunternehmen der Schweiz geworden sein. Die Abhängigkeit von Werbeeinnahmen bedeutete während der Pandemie für viele Medienhäuser Kurzarbeit, obwohl aktuelle Informationen und journalistische Einordnungen gefragter und wichtiger waren denn je. Unser Geschäftsmodell – kompromisslos in der Qualität, transparent im Unternehmen, unabhängig von Werbegeldern – entpuppte sich dagegen als durchaus krisenresistent, da es uns nicht den konjunkturellen Schwankungen des Werbemarktes aussetzt.

Der entscheidende Unterschied

Der Bedarf an einem neuen, brauchbaren Modell für Journalismus zeigt sich gerade deutlicher denn je. Vor 10 Jahren nahmen die Printmedien mit Werbung noch über 1,6 Milliarden Franken ein. Letztes Jahr waren es noch gerade mal 655 Millionen. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung nochmals beschleunigt.

Schaffen wir es, die «Republik» gemeinsam mit Ihnen in den nächsten Jahren nachhaltig selbsttragend zu machen, erweist sich unser Geschäftsmodell als echte Alternative.

Dazu brauchen wir Sie erstens weiterhin in der Verlagsetage. Oder falls Sie es noch nicht sind: Kommen Sie an Bord. Nur mit einer stabilen Verlegerschaft funktioniert unser Geschäftsmodell langfristig. Wir freuen uns, im Dialog mit Ihnen die «Republik» konstant weiterzuentwickeln.

Zweitens geben wir Ihnen ein neues Instrument an die Hand, mit dem Sie den Puls der «Republik» kontrollieren können. Auf dem Cockpit weisen wir neu die Anzahl der monatlich aktiven Verlegerinnen und Verleger aus. Diese Zahl ist ein Frühwarnsystem für die nächste Januar-Klippe. Denn wer regelmässig vorbeischaut, wird auch eher erneuern. In den letzten 30 Tagen waren ungefähr 80 Prozent von Ihnen auf der Website oder in der App aktiv. Ein toller Ansporn für die kommenden Monate.

Und drittens: Je mehr Neumitglieder und Abonnentinnen die «Republik» hat, desto besser kann sie Mitgliederschwankungen abfangen. Natürlich gilt dies nicht unbegrenzt, aber wir wissen, dass wir schweizweit noch bekannter werden können. Dabei sind Sie, liebe Leserinnen und liebe Verleger, unser bestes Marketing. Erzählen Sie weiterhin Ihren Freunden und Bekannten von uns – und teilen Sie die Artikel und Inhalte, die Ihnen gefallen.

Vielen Dank für Ihre Treue, Ihre Geduld und Ihr Vertrauen. Bleiben Sie resilient!

Ihre Crew von Project R und der «Republik»

PS: Unterstützen Sie uns bei der Bekanntmachung der «Republik»: Werden Sie Komplizin, bestellen Sie ein Bekanntmachungs-Paket mit Flyer, Fahne oder Sticker – oder teilen Sie jederzeit Ihr Abo für zwei Wochen mit bis zu 5 anderen Personen.

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